Ein bisschen Slowakei

Erstellt am 2018-10-31

Wir haben nur drei Nächte in der Slowakei verbracht, davon zwei in der Hauptstadt Bratislava. Nachdem wir die Grenze von Tschechien überquert hatten, sind wir die ersten zwei Tage nahe der March (tschechisch: Morava), welche die Grenze zwischen Slowakei und Österreich bildet, geradelt, mehr oder weniger der Eurovelo 13 folgend. Die meiste Zeit bis kurz vor Bratislava erschien uns diese Gegend sehr abgelegen und wir haben kaum jemanden gesehen als wir durch Wälder und über Deiche in der flachen Landschaft nahe des Flusses gefahren sind.

Unterwegs auf schmalen Radwegen durch dichten Wald in der ländlichen Slowakei

Unterwegs auf schmalen Radwegen durch dichten Wald in der ländlichen Slowakei

Unsere erste Nacht in der Slowakei war auch das erste Mal, dass wir Wild-Camping ausprobiert haben, was in der Slowakei legal ist. Wir hatten vorher gehört, dass viele andere problemlos auch in Deutschland wild gecampt hatten (wo es illegal ist und wo das Verbot auch wirklich durchgesetzt wird, wenn man gefunden wird), und in Tschechien (wo man nur eine Nacht und ohne Zelt wild campen darf). Aber wir hatten uns entschlossen, gute deutsche/singapurer Bürger zu sein und nicht das Gesetz zu brechen. Für diese Nacht hatten wir uns nun eine kleine Lichtung im Wald Nahe am Fluss March ausgesucht, zwischen den Dörfern Suchohrad und Záhorská Ves. Im kalten Krieg wurde diesen Grenzdörfern "kein Entwicklungspotential" attestiert, und sie kamen uns immer noch unterentwickelt vor, als wir durch sie gefahren sind.

Unser wildes Camp im Wald bei Suchohrad an der March (Morava)

Unser wildes Camp im Wald bei Suchohrad an der March (Morava)

Von diesen Dörfern aus in Bratislava anzukommen war daher ein drastischer Wechsel, mit den vielen modernen Gebäuden und dem kosmopolitischen Flair. Kurz vor der Ankunft in Bratislava, kamen wir noch an den Ruinen der Burg Devín vorbei, am Zusammenfluss von Donau und March, wo auch einige Denkmäler des Eisernen Vorhangs stehen, da dies eine wichtige Grenze zwischen Ost und West war.

Das "Tor zur Freiheit"-Denkmal am Fuße der Burg Devín erinnert an die vielen Toten an dieser Grenze zu Zeiten des Kalten Krieges

Das "Tor zur Freiheit"-Denkmal am Fuße der Burg Devín erinnert an die vielen Toten an dieser Grenze zu Zeiten des Kalten Krieges

In Bratislava haben wir uns wieder einer trinkgeldbasierten Stadtführung angeschlossen, die uns zu vielen historischen Orten brachte. Unser Tourguide sprach viel über die slowakische Geschichte der Unterdrückung und den Slowakischen Nationalaufstand gegen die Nazis, und es war interessant, danach eine andere Meinung von unserem Gastgeber zu hören, welcher der Meinung war, dass diese Fokussierung auf slowakische Identitätsbildung signifikante Elemente der Geschichte vernachlässigt. Nach der Tour haben wir uns auch noch die Burg Bratislava angesehen, welche Altstadt und Donau überblickt.

Blick von der Burg auf die Bratislavaer Altstadt, mit dem Martinsdom und der Brücke des Slowakischen Nationalaufstands über die Donau

Blick von der Burg auf die Bratislavaer Altstadt, mit dem Martinsdom und der Brücke des Slowakischen Nationalaufstands über die Donau

Von Bratislava aus war es dann nur eine kurze Strecke bis zur österreichischen Grenze, hinter der wir nur eine Nacht verbringen würden bevorzugt wir das nächste Land, Ungarn, erreichen würden.

Photo an der österreichisch-slowakischen Grenze. Der Weg links ist in Österreich, der Weg rechts in der Slowakei

Photo an der österreichisch-slowakischen Grenze. Der Weg links ist in Österreich, der Weg rechts in der Slowakei